Öhren
Die Stadt ist so laut! Man wird ständig von Geschrei, Arbeitgeräusch, Hupen, Radio, Musik bombardiert, dass man nach den ersten Tagen bewundern, wenn man plötzlich auf dem See oder in der Bibliothek keine lärm mehr hört.
Die Stadt lebt und arbeitet rum um die Uhr: die Handwerker, die das Haus nebendran renovieren, können um 6.00 Uhr anfangen und um 21.00 aufhören. Sie gönnen sich keine Pause am Wochenende. Das ist aber keine feste Regel. Außerdem gib es so wie so Leute die mich aufwachen: es sind die Wassersverkaufer die hausieren, die Wasserkanisten, oder andere Sachen verkaufen, oder sie kaufen Müll für billigen Preisen zwecks ihn sammeln und wiederverkaufen zu können. Das mit dem Müll, war auch in Italien bis 30 Jahren her. Klingelputzen wird bei uns jetzt von Bofrost* getrieben. In Barcelona in den Raval, wo die Hause dick nebeneinander stehen habe ich oft Gasverkaufe hausieren gesehen.
Da die Motorroller hier wegen Luftbeschmutzung und Lärm verboten sind, fahren die meisten Elektrofahrrad. Mit solchen Drahtesel düsen die meisten auf den riesigen Farrahwege und Hupen. Das Hupen ist keine Zeichen der Gefahr wie in Deutschland, oder der Blamierung wie in Nord Italien, oder der Ermutigung wie zwischen Sizilianern, sonder ein Zeichen der Existenz. Ich hupe also ich bin. Taxifahrer hupen um die Langenase mitschleppe zu dürfen. Busfahrer hupen vor dem Überholen (als Ankündigung ihres Vorhaben), während des Überholen (als Erinnerung ihres Taten), nach dem Überholen (als Danksagung oder als Peana Jubel). Außerdem klingen und Jinglen die Stadtbusse kontinuierlich: akustische Wegangaben für Blinden? Nee; eine künstliche weibliche Stimme bewirb Shampoo oder Restaurants an die armen Fußgänger.
Um solche Geräuschen zu Kaschieren singen Einkaufszentren und moderne Hochhäusern: und zwar nicht nur drin sondern auch draußen sind Lautsprecher die Klassische oder schnulzige Musik (ja nach Baustil) verbreiten und diese neue Meisterwerke in einer kitschigen Scharm einwickeln.
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